VdF-Camp 2021

Von 16. Juni bis 22. Juli 2021 fand heuer zum bereits siebten Mal das VdF-Camp für vertragslose Fußballprofis statt. Die Spieler bekamen die Möglichkeit sich im VIVA Landessportzentrum in Steinbrunn unter der sportlichen Leitung von Gregor Pötscher und dem Trainerteam um Robert Ibertsberger, Thomas Hinum, Thomas Mandl und Werner Pentz fit zu halten und sich bei Testspielen für Vereine zu empfehlen.

Trainingseinheit im VIVA Landessportzentrum Steinbrunn

Zusätzlich zum Erhalt der körperlichen Fitness und spielerischen Fertigkeiten, wurden die Spieler durch Jennifer Steinwandtner und Dominik Siedlaczek von KADA bezüglich ihrer weiteren Laufbahn beraten. So gab es für die Fußballprofis auch die Möglichkeit sich während des Camps beruflich weiterzubilden.

Wie schon im VdF-Camp 2019 gab es auch dieses Jahr das Angebot einer sportpsychologischen Betreuung für die Teilnehmer. Zusätzlich wurde in der ersten Woche des Trainingslagers ein Mentaltraining-Workshop unter meiner Leitung mit grundsätzlichen Informationen zu mentaler Gesundheit, Zielsetzungstraining und optimaler Wettkampfvorbereitung angeboten.

Viele Fußballprofis konnten bereits während dem VdF-Camp einen neuen Verein finden. Durch diese professionelle Vorbereitung befinden sich nun alle Teilnehmer auf einem körperlichen Fitness-Level, um direkt in ein aktives Mannschaftstraining einsteigen zu können.

Psyche als Tabuthema

Nach einem spannenden Interview vor circa 2 Monaten, wurde in der neuen Ausgabe des Ballesterers (https://ballesterer.at), welche schon die Ausgabe #156 ist, der Beitrag dazu veröffentlicht. Im Gespräch mit Matthias Krammerstorfer, der neben seiner Tätigkeit für den Ballesterer auch eine eigene Plattform zur Untersuchung von globalen Auswirkungen des Fußballsports betreibt (https://bsidefootball.com/), ging es vor allem um die Risiken und potentiellen Auswirkungen von mentaler Belastung im Leben als professioneller Fußballspieler.

Neben der Sondierung der bisherigen psychologischen Versorgungslage im Spitzensport Europas, wurde ebenso das aktuelle Unterstützungsangebot in Österreich besprochen. Dabei wurde auf die VdF-Supportline (http://www.vdf.at/news_detail.php?id=85) und die bisher erfolgte Betreuung der Athleten in Östereich eingegangen. Diesbezüglich wurde auch der Projektleiter und stellvertretende Vorsitzende der österreichschen Spielergewerkschaft Oliver Prudlo befragt. Er spricht dabei von seiner eigenen Erfahrung als ehemaliger Verteidiger des FC Tirol und der damaligen Sichtweise zu psychologischer Unterstützung innerhalb des Profisports.

Tragische Schicksale wie die Suizide von Robert Enke oder Andreas Biermann haben das Tabuthema Psychische Erkrankungen an die Öffentlichkeit gebracht und dafür gesorgt, dass zumindest temporär medienwirksam über den Leistungsdruck und die damit einhergehenden Folgen berichtet wurde. Nichtsdestotrotz bleibt das Thema sowohl im Spitzensport als auch in der Gesellschaft oft unterrepräsentiert und führt deshalb nur zu einer Verstärkung der Hemmschwelle, darüber zu reden wie es einem wirklich geht.
In dem Interview wurde weiters über die Erhebung der mentalen Gesundheit von professionellen FußballspielerInnen in Österreich gesprochen. Welche Möglichkeiten es zur Verbesserung dieser, vor allem in den jungen Jahren der angehenden AthletInnen geben würde und wie sich die Spielklasse auf das Stresslevel der SpielerInnen auswirkt, könnt ihr in der aktuellen Ausgabe des Ballesterers nachlesen.