Anton Olsson – Depression im Leben eines professionellen Fußballspielers

Nicht vielen wird der schwedische Fußballprofi Anton Olsson bekannt sein. Er ist Kapitän von Karlslunds IF HFK in der dritten schwedischen Liga und hat sich öffentlich zu seiner Depression geäußert.

Im Interview mit einer schwedischen Zeitung sprach er über Suizidgedanken und den Umgang mit mentaler Belastung als Fußballprofi. Besonders im populärsten Mannschaftssport der Welt existiert eine große Hemmschwelle, sich selbst verletzlich und nicht permanent unverwundbar zu zeigen. Wenn man die möglichen Folgen bedenkt, wie zum Beispiel den Verlust des Stammplatzes in der Mannschaft oder Schwierigkeiten bei der Vereinssuche, verwundert dies auch nicht. Umso beachtlicher ist es jedoch wie Anton Olsson mit dieser Situation umgegangen ist und wie die Reaktionen seines Umfeldes ausfielen.

Gerade als er mit der Mannschaft den Aufstieg fixiert hatte und die Saison sehr erfolgreich zu Ende ging, erlebte er auch den Höhepunkt seiner Depression. Nach langem Ringen mit sich selbst, fand er die Kraft mit seinen Eltern über seine Gefühle zu sprechen und einen Termin bei einem Psychiater auszumachen. Dieser diagnostizierte eine depressive Störung und verschrieb ihm eine Psychotherapie sowie Antidepressiva.

Um anderen Spielern in derselben Situation zu helfen und sich zu öffnen, gab er ein Interview, auf welches viele bestärkende Reaktionen von Freunden, Teamkollegen und auch gegnerischen Spielern folgten. Spieler aus allen Ligen in Schweden meldeten sich bei ihm und einige erzählten ihm ihrerseits von eigenen mentalen Belastungen.

Eine Studie zeigte, dass 37% der europäischen Fußballer, über einen Zeitraum von 12 Monaten zumindest einmal Symptome von Ängstlichkeit oder Depression erleben.
Anton Olsson wünscht sich, dass mehr der Betroffenen das Schweigen brechen und öffentlich über ihre Probleme sprechen würden. Dies würde dazu beitragen, das Stigma des unverwundbaren, maskulinen Fußballprofi zu entkräften und könnte dazu führen, die Wichtigkeit der mentalen Gesundheit im Sport zu unterstreichen.  

Den Originalbericht zu Anton Olsson findest du hier: https://www.fifpro.org/en/health/we-need-to-talk-about-mental-health-in-football

Wenn du dich selber nicht wohl fühlst, kann es helfen mit FreundInnen oder der Familie darüber zu sprechen, sowie auch professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Dafür kannst du mich gerne kontaktieren:

Tel.: 0043 680 1400 966
E-Mail: fabian.decker@hotmail.com

Häufiger depressive Symptome bei professionellen Fußballspieler*innen durch Corona-Shutdown

Die internationale Spielervertretung FIFPro (https://www.fifpro.org/en) hat im Zeitraum vom 22. März bis zum 14. April 2020 eine Studie mit 1602 Fußballprofis durchgeführt. Die 1134 männlichen und 468 weiblichen Athlet*innen stammen aus 16 verschiedenen Ländern, die aber eines vereint. Die Regierungen ihrer Staaten erließen alle drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Covid-19. Die Folgen der sozialen Isolation, dem Wegfall ihres Arbeitsalltags und auftretenden Sorgen bezüglich ihrer Zukunft spiegeln sich in den Ergebnissen der aktuellen Studie wider.

22 Prozent der weiblichen und 13 Prozent der männlichen Spieler berichteten von depressiven Symptomatiken. Eine vergleichbare Untersuchung hatte im Jänner bei nur 11% der weiblichen und 6% der männlichen Athleten solche Anzeichen entdeckt.

Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass 75% der untersuchten Profis angaben, genügend Unterstützung bezüglich ihrer mentalen Gesundheit zu bekommen. Die meisten Spielerverbände in den 16 teilnehmenden Ländern bieten Möglichkeiten wie eine Helpline oder den Zugang zu ausgebildeten beratenden Fachkräften. Dies zeigt auch das erhöhte Bewusstsein für die psychische Komponente im professionellen Fußballsport.

In Anbetracht dieser aktuellen Ergebnisse soll auf die bestehende heimische Supportline der österreichischen Spielergewerkschaft VdF (http://www.vdf.at/) sowie den zahlreichen anderen Angeboten zur Unterstützung der mentalen Gesundheit verwiesen werden:

VdF-Supportline: +43680 1400 966

BÖP-Helpline: +43 1 504 8000

PSD Wien – Sorgenhotline: 01 4000 53000

Hier der Link zur Originalaussendung der FIFPro: https://www.fifpro.org/en/health/coronavirus-shutdown-sharp-rise-in-players-reporting-depression-symptoms